Was tun, wenn´s brennt?

was_tun_wenns_brennt„Was tun, wenn´s brennt?“ ist eine deutsche Produktion aus dem Jahr 2001. Kinopremiere hatte der Streifen Anfang 2002. Für die Regie zeigt sich Gregor Schnitzler verantwortlich, der später auch etliche Tatort-Folgen und den Fernsehfilm „Die Wolke“ drehte. „Was tun, wenn´s brennt?“ erhielt mehrere Auszeichnungen. Auch wenn der Hintergrund stark politisch motiviert ist, lässt Schnitzler die Politik weitgehend außen vor. Vielmehr ist das Werk als Komödie und Drama zugleich zu verstehen.

Die linke Hausbesetzungsszene im Berlin der 1980er ruft so manche politische Gesinnungen auf den Plan

Berlin in den 80ern. Die linke Szene macht mit zahlreichen Hausbesetzungen auf sich aufmerksam. In diesem Umfeld sind auch zahlreiche Punks unterwegs, darunter die Mitglieder der „Gruppe 36“. Dazu gehören Tim (Til Schweiger) und Hotte, ebenso Tims Freundin Flo (Doris Schretzmeyer), Robert (Matthias Matschke), den alle nur „Terror“ nennen, außerdem noch Maik (Sebastian Blomberg) und Nele (Nadja Uhl). In ihren Aktionen gegen das verhasste kapitalistische Polizeisystem zeichnen sie sämtliche Taten immer möglichst mit einer Super-8-Kamera auf, damit wirklich jeder weiß, dass sie das getan haben.

So planen sie auch in einer leer stehenden Grunewalder Villa einen Bombenanschlag. Leer stehend, weil sie niemanden verletzen wollen. Allerdings zündet die Bombe nicht. Inzwischen sind 13 Jahre vergangen und die Gruppe 36 hat sich längst aufgelöst. Einzig Tim und Hotte sind immer noch im linken Milieu unterwegs. Hotte jedoch eingeschränkt, weil er in der Vergangenheit bei einer ihrer Aktionen beide Beine verloren hatte. „Terror“ – nun wohl besser Robert, ist heute ein erfolgreicher, rechtschaffener Anwalt, der Geld zu schätzen weiß.

Zeitwechsel – wie lebt eigentlich ein Punk von früher nach 13 Jahren?

Tims nun ehemalige Freundin Flo weiß das Monetäre ebenfalls zu schätzen und steht daher kurz vor der Heirat mit einem wohlhabenden Unternehmer. Ebenso Maik, der eine Internet-Firma besitzt und dem Wohlstand ebenfalls nicht abgeneigt ist. Nele hingegen erlebt den täglichen Kampf für ein gutes Leben als alleinerziehende Mutter zweier Kinder. Während die einzelnen Mitglieder allesamt irgendwo ihrem jetzigen Leben frönen, soll die immer noch leer stehende Villa verkauft werden. Die Interessenten öffnen die Tür und plötzlich detoniert die Bombe. Das ruft natürlich die Polizei auf den Plan, obwohl niemand verletzt wurde.

Und die findet schnell heraus, dass es wohl mit der früheren linken Szene in Berlin zu tun hat. Daher wird der inzwischen pensionierte Kriminalbeamte Manowski (Klaus Löwitsch) zu Hilfe geholt. Es dauert nicht lange, bis die Ermittler bei Tim und Hotte mit einem Durchsuchungsbefehl vor der Tür stehen. Prompt nehmen sie die Kisten mit den ganzen Filmen mit, darunter auch Material zu der Bombe in der Villa. Während die Beweise erst einmal in der Asservatenkammer verschwinden, rufen die beiden die gesamte Truppe von damals zusammen und versuchen das Problem zu lösen. Doch nicht nur das Leben der einzelnen Mitglieder hat sich stark verändert – ebenso deren Ansichten.

Was tun, wenn´s brennt? Ein brillanter Film mit namhaften Schauspielern in Bestform

Gregor Schnitzler ist ein guter Film gelungen, der bewusst die politische Brisanz außen vor lässt. Vielmehr stellen sich die Fragen, wie sehr sich Menschen im Lauf der Zeit ändern können. Das Ganze ist natürlich auch von einer gewissen Komik begleitet, obwohl es ja durchaus um Ernstes geht. Nachdem der Film selbstbewusst und konsequent Klischees buchstäblich links liegen lässt, bietet „Was tun, wenn´s brennt?“ einen hohen Unterhaltungswert. Es ist also auch nicht verwunderlich, dass das Filmwerk mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht wurde. Für alle Kinofreunde ist „Was tun, wenn´s brennt?“ein gelungener Film mit einem Til Schweiger und einem Klaus Löwitsch in Paraderollen, in denen sie regelrecht aufgehen.